Erdwärme | Ein Vergleich der unterschiedlichen Geothermie Methoden

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Erdwärme | Ein Vergleich der unterschiedlichen Geothermie Methoden

Das Heizen mittels Erdwärmepumpe erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit. Kein Wunder, denn anders als z.B. bei der Solarenergie ist die Erdwärme von der Jahreszeit und dem Wetter unabhängig und kann somit konstant über das Jahr hinweg zur Wärmegewinnung genutzt werden. Außerdem besteht damit auch keine Abhängigkeit von der Lieferung fossiler Brennstoffe – also Öl, Gas, Kohle oder Holz. Daher sind auch keine Lagerflächen oder Lagerräume erforderlich. Zusätzlich handelt es sich bei der Nutzung von Erdwärme um eine sehr umweltfreundliche Art des Heizens, denn es werden große Mengen an CO2 eingespart.

Das System der Nutzung funktioniert denkbar einfach. Die Wärmepumpe entzieht die Wärme dem Erdreich und führt diese dem Heizungssystem zu. Bei der Nutzung von Erdwärme gibt es drei verschiedene Möglichkeiten die Wärmequelle der Erde anzuzapfen, die wir Ihnen im folgenden Beitrag kurz präsentieren möchten, sodass auch Sie die für Ihr Haus optimale Wahl treffen können.

Die drei Varianten der Erdwärme

Erdsonden

Mit zunehmender Tiefe nimmt die Erdwärme zu. Dieses Prinzip macht sich das Erdsonden-System zu nutze. Dem Erdboden wird mittels einer Tiefenbohrung Wärme entzogen und über eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser nutzbar gemacht. Es werden dazu in den Bohrlöchern Erdwärmesonden, welche mit einem Kältemittel gefüllt sind, ins Erdreich gesetzt. Je nach Bodenbeschaffenheit und benötigtem Wärmebedarf des Gebäudes sind dafür 30 – 120 Meter tiefe Bohrungen notwendig. Damit der gesamte Wärmebedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses gedeckt werden kann, sind ca. drei Bohrungen notwendig.  Damit eine Erdsondenanlage umgesetzt werden kann, braucht es dafür die geeignete Bodenbeschaffenheit und eine Genehmigung von der Bezirkshauptmannschaft bzw. dem zuständigen Magistrat. Bei der Einreichung des Projektes muss ein hydrologisches Gutachten vorliegen, welches Sie bei einem geeigneten Ingenieurbüro bekommen. Gerne können Sie auch unsere Baumeister diesbezüglich kontaktieren, diese werden Ihnen dabei behilflich sein. Eine Genehmigung nimmt ca. zwei bis drei Monate in Anspruch. Planen Sie diese Zeitspanne in Ihren gesamten Hausbau-Zeitplan mit ein.

Eine Erdsondenanlage ist sehr platzsparend. Gerade bei kleineren Grundstücken ist diese Variante deshalb vorteilshaft. Zusätzlich beeinflusst diese Art der Erdwärme-Anlage die Gestaltung des Gartens in keinster Weise. Als Nachteil sind etwaige Probleme bei schwierigen Bodenverhältnissen zu sehen und die etwas höheren Kosten gegenüber der Erdwärmekollektoren.

Erdwärmekollektoren

Bei dieser Variante geht es nicht in die Tiefe sondern in die Breite. Hier werden Erdwärmekollektoren bzw. Kunststoffrohre waagrecht als Schleifen im Erdreich verlegt. Dafür braucht es ausschließlich eine Tiefe von 1,0 bis 1,2 Meter, die einfach mittels Bagger geschaffen werden kann. Grundsätzlich lässt sich sagen dass in etwa das 1,5 – 2 fache der beheizten Wohnfläche als Kollektorfläche notwendig ist. Diese Fläche darf in Zukunft weder versiegelt noch bebaut werden, sondern muss als natürliche Rasen bzw. Gartenfläche frei bleiben. Denn es ist wichtig, dass die Sonne und auch der Regen das Erdreich ausreichend erwärmen können. Deshalb darf über den Leitungen keine Asphalt- oder Betonschicht liegen. Bei der Planung für einen etwaigen Swimmingpool oder für die Einfahrt sollte dies bereits im Vorhinein mitbedacht werden.

Wenn ein ausreichend großes Grundstück vorhanden ist, hat diese Variante durchaus ihre Vorteile. Denn sie ist wesentlich einfacher umzusetzen, da keine Bohrung notwendig ist und dementsprechend gegenüber der Erdsonde auch günstiger.

Grundwasser | Wasser-Wasser Wärmepumpe

Bei dieser Variante zur Gewinnung von Erdwärme dient das Grundwasser als Energiequelle. Selbst an kältesten Tagen beträgt die Temperatur des Grundwassers zwischen 8 und 12° C. Das Wasser wird hierbei dem sogenannten Entnahmebrunnen entzogen, die Wärmepumpe entzieht dem Wasser die Wärmeenergie und führt es anschließend wieder dem Schluckbrunnen bzw. dem Erdreich zu. Die beiden Brunnen müssen mindestens 15 Meter Abstand voneinander haben. Um eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu betreiben, ist Grundwasser in ausreichender Menge nötig, mindestens aber 160 Liter / pro Stunde je Kilowatt Heizleistung. Ob dies der Fall ist, müssen Sie von einem Gutachter prüfen lassen. Außerdem ist für diese Methode auch eine Genehmigung der jeweiligen Landesregierung notwendig.

Der laufende Betrieb einer Wasser-Wasser Wärmepumpe ist sehr effektiv und kostengünstiger als die beiden vorher genannten Methoden. Allerdings fallen für die Errichtung der Brunnen, damit dieses System funktioniert, höhere Kosten an.

Alles in allem lässt sich sagen, dass ein Erdwärme Heizsystem zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Systemen gehört, die es auf dem Markt gibt. Für welche der drei Varianten Sie sich schließlich entscheiden, hängt maßgeblich von Ihrer Grundstücksgrenze und der Bodenbeschaffenheit ab.

Die gängigste Variante ist in Österreich das Erdkollektoren-System. Bei einem kleineren Grundstück ist allerdings das System der Erdsondenbohrung vorzuziehen. Sollte Ihr Grundstück über ausreichend Grundwasser verfügen, kann auch das Wasser-Wasser System für Sie interessant sein.

Massiv schöne Grüße

Ihr Wienerberger Massivwerthaus Serviceteam

By |2017-11-20T14:46:51+00:0020.11.2017|Energieeffizienz, Massivwerthaus|2 Comments

2 Comments

  1. […] Die Wirkungsweise des Systems beschreiben unsere Kolleginnen und Kollegen vom Schwesternblog auf massivwerthaus.at ganz vortrefflich: „Selbst an kältesten Tagen beträgt die Temperatur des Grundwassers zwischen […]

  2. bazoocam german März 24, 2019 at 7:04 am

    Gute Page. Danke.

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