Die Wahl eines passenden Heizsystems stellt beim Hausbau eine sehr große und weitreichende Entscheidung dar, da dieses nicht nur die Investitionskosten sondern auch die laufenden Betriebskosten beeinflusst. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir für Sie die fünf häufigsten Heizsysteme gegenübergestellt. 

Die am häufigsten genutzten Heizsysteme in Österreich sind die Erdgas-Heizung, die Öl-Heizung Heizöl extraleicht, die Pellet-Heizung, die Luft/Wasser-Wärmepumpe und die Erdwärmepumpe.

Die Heizsysteme im Überblick

Die Erdgas-Heizung

Die Erdgasheizung ist in der Anschaffung das günstigste Heizsystem. Auch der geringe Platzbedarf und die einfache und saubere Instandhaltung sprechen für dieses Heizsystem.

Die Nachteile wiederum liegen einerseits bei der Abhängigkeit von internationalen Preisen. Da Gas kein erneuerbarer Energieträger ist und der Preis sich nach dem Ölpreis richtet, ist man als Gasheizungsbesitzer diesen Preisschwankungen ausgesetzt. Außerdem ist dieses Heizungssystem nicht überall realisierbar, da nicht immer ein Gasnetz zur Verfügung steht. Als weiterer Nachteil ist auch die Gefahr von Gasaustritt (Explosionsgefahr, Vergiftungsgefahr) zu nennen. Auch wenn diese Gefahr bei richtiger Wartung sehr gering ist, möchten wir sie hier zumindest erwähnt haben.

Kostenberechnung (Die Grundlage der Berechnungen stellt ein Einfamilienhaus mit einer Wohnnutzfläche von 145 m2 und vier Personen dar, Quelle: Ökologische, energetische und ökonomische Bewertung des Heizsystems Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heizsystemen – Johannes Keppler Universität Linz):

    • Jährliche Investitionskosten[1] Euro: 712,-
    • Laufende Kosten: 938,-
    • Gesamtkosten: 1650,-

Die Öl-Heizung Heizöl extraleicht

Die zweitgünstigste Variante in der Anschaffung ist die Öl-Heizung. Auch der Aufwand für die Wartung hält sich in Grenzen und die Versorgung ist mittels Tankwagen einfach möglich.

Auf der anderen Seite ist die Öl-Heizung ähnlich wie die Erdgas-Heizung von internationalen Märkten abhängig. Zusätzlich muss dafür auch ein eigener Tankraum geschaffen werden. Ebenso als Problem gilt der hohe Co2 Ausstoß gegenüber Erdgas oder Wärmepumpen. Auch in den Gesamtkosten schneidet die Ölheizung schlecht ab, da diese doch hoch sind.

  • Jährliche Investitionskosten Euro: 1023,-
  • Laufende Kosten: 937,-
  • Gesamtkosten: 1960,-

Die Pellet-Heizung

Zwei große Vorteile hat die Pellet-Heizung zu verzeichnen. Zum einen kann die Versorgung durch österreichische Anbieter gewährleistet werden. Und zum anderen ist heizen mit Pellets Co2-neutral,  somit umweltschonend und deshalb gibt es darauf auch Förderungen.

Auf der anderen Seite stehen die Kosten. Und die sind bei der Pelletheizung trotz Förderung sowohl bei der Anschaffung als auch bei den laufenden Kosten relativ hoch. Zusätzlich ist für die Pellets-Heizung ein Lagerraum erforderlich, dieser erhöht nochmals die Investitionskosten im Neubau.

  • Jährliche Investitionskosten Euro: 1243,-
  • Laufende Kosten: 787,-
  • Gesamtkosten: 2030-

Heizen mit der Luft / Wasser Wärmepumpe

Eine Luft/Wasser Wärmepumpe wird im Garten zw. vor dem Haus aufgestellt. Die Pumpe saugt Luft mittels Ventilator aus der Umgebung an und führt diese dem Verdampfer der Wärmepumpe zu. Die vorhandene Wärme wird dabei an ein Kältemittel abgegeben und mit Druck verdichtet. So entsteht ein Temperaturanstieg. Mittels Wärmetauscher wird diese Wärme dann dem Wasserkreislauf zugeführt.

Dafür ist weder ein Lagerraum notwendig und auch ein Kamin ist für dieses Heizsystem überflüssig. Und eine Förderung ist für die Luft/Wasser Wärmepumpe ebenso möglich.

Negativ ist dabei die absolute Stromabhängigkeit inklusive Strompreisentwicklung zu bewerten. Auch die Investitionskosten sind relativ hoch. In der Gesamtkostenbetrachtung ist dieses System jedoch günstiger als die Pellet-Heizung und die Erdölheizung aber teurer als die Erdgas-Heizung.

  • Jährliche Investitionskosten Euro: 1444,-
  • Laufende Kosten: 476,-
  • Gesamtkosten: 1920,-

Heizen mit der Erdwärmepumpe

Die Wärmepumpe entzieht die Wärme dem Erdreich und führt diese dem Heizungssystem zu. Dies passiert mittels Erdkollektor bzw. Erdsondenanlage. Dafür müssen Sie entweder eine Tiefenbohrung veranlassen – diese Methode ist bei kleineren Grundstücken zu empfehlen – oder Sie lassen einen Flächenkollektor verlegen. Bei dieser Variante geht es nicht in die Tiefe sondern in die Breite. Dies erfordert jedoch ein größeres Grundstück.

Beide Varianten haben den Vorteil der Co2-Neutralität, niedriger Wartungsarbeiten und der Möglichkeit einer Förderung.

Doch auch hier sind sie vom Strompreis abhängig und die Investitionskosten sind höher. Aufgrund der hohen Effektivität einer Erdwärmepumpe ist diese aber im Gesamten betrachtet die günstigste und auch die umweltfreundlichste Variante.

  • Jährliche Investitionskosten Euro: 1123,-
  • Laufende Kosten: 377,-
  • Gesamtkosten: 1500,-

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit dieser Aufstellung bei Ihrer Entscheidungsfindung behilflich sein. Für weitere technische Details können Sie auch gerne einen unserer Baumeisterpartner kontaktieren.

Hier in der Übersicht nochmal der gesamte Kostenvergleich:

Erdgas Heizöl Pellets Luft/Wasser Erdwärme
Investitionskosten 712 1.023 1.243 1.444 1.123
Laufende jährliche Kosten 938 937 787 476 377
Gesamtkosten: 1.650 1.960 2.030 1.920 1.500

In diesen Vergleich nicht miteinbezogen wurde die Solarthermie als alleinstehendes Heizungssystem, da eine 100 % Deckung damit momentan noch nicht gewährleistet werden kann. Jedoch werden mittlerweile hervorragende Projekte umgesetzt, die eine Abdeckung von bis zu 80% des Warmwasserbedarfs leisten können. Dieses Hauskonzept wird auch Sonnenhaus genannt. Weitere Informationen darüber finden Sie hier!

Massiv schöne Grüße

Wienerberger Massivwerthaus Serviceteam

[1] Definition durch die Investitionskosten der Anlagenkomponenten der Heizsysteme und der Nutzungsdauer